Digitale Strategien zur Erschließung neuer Besuchergruppen

Karlsruhe | 06.12.2017 | ZKM Karlsruhe launcht neue App mit experimentellem Konzept
Screenshot der App Am 4. Dezember 2017 wurde die neue ZKM App veröffentlicht. (Bild: ZKM Karlsruhe)

Das ZKM Karlsruhe hat im Rahmen des EU-Projektes smARTplaces die innovative App experience_zkm entwickelt, die seit dem 4. Dezember 2017 im App Store (iOS) und im Google Play Store zum kostenlosen Download bereitsteht. Ziel dieser neuen App ist es, kulturfernere potenzielle BesucherInnen zu erreichen, die die Kulturinstitution ZKM bislang nicht kennen und neu kennenlernen sollen. Dabei kommen nicht nur unterhaltende Augmented-Reality-Anwendungen zum Einsatz, sondern vor allem auch Spiele-Elemente, die Neugierde aufbauen und über verschiedene Incentives die UserInnen belohnen.

Die App basiert auf der Plattform LBSEngine, die gewählt wurde, um eine nachhaltige Weiterentwicklung zu garantieren: Das App-Ökosystem kann dynamisch und je nach Anforderung
modifiziert werden.

Unterhaltung und Information

Der Aktionsraum der App ist in der ersten Phase als Proof of Concept auf die Stadt Karlsruhe beschränkt und hier in Form von konzentrischen Kreisen auf das Gebiet der Stadt und das Areal des ZKM unterteilt. Strukturell gliedert sich die App in zwei Bereiche: Unterhaltende (Spiele-)Angebote, die zum ZKM führen und grundlegende Informationen wie etwa Öffnungszeiten und aktuelle Veranstaltungen des ZKM. Neue Spiele-Elemente, die die potenziellen BesucherInnen „triggern“ sollen, werden in Phasen implementiert und können jederzeit ausgetauscht bzw. aktualisiert werden.

Die App umfasst einen digitalen Guide, der für die Laufzeit der Ausstellung Open Codes Audio-Files zur Ausstellung zur Verfügung stellt. Der Audioguide kann nicht nur von zu Hause aus abgerufen werden kann, sondern leitet mittels Beacons im Ausstellungsraum durch die Themenfelder von „Open Codes“. Zudem ist eine Recherche zu titelgebenden Hashtags und somit eine Vertiefung in die Materie der Ausstellung möglich.

Noch eine Museumsapp?

Während der klassische Audioguide im Museum nach wie vor stark angenommen wird, scheinen Museumsapps, die parallel zum „Erleben“ der Ausstellung vor Ort weiterführende visuelle Informationen zur Verfügung stellen, zunehmend weniger nachgefragt. Gleichzeitig zeigt sich, dass vor allem in der Konsumindustrie die Verwendung von Apps ungebrochen ist: Sei es zur Informationsgewinnung oder vor allem zu Unterhaltungszwecken, die Nachfrage bleibt konstant.

Hauptziel des EU-Projektes smARTplaces ist es, das Besuchererlebnis auf den digitalen Raum auszudehnen und dabei die sich verändernden Bedürfnisse der BesucherInnen in den Vordergrund zu stellen: Dabei müssen neue Serviceangebote entwickelt werden, die es ermöglichen, Besucherschichten, die bislang kaum oder keine Museen besuchen, gezielter anzusprechen. Mithilfe von Spielen und spieltypischen Elementen (Stichwort „Gamification“) adressiert experience_zkm vor allem kulturferne und/ oder das ZKM nicht kennende BesucherInnen der Bildungsschichten, die Spaß an der Nutzung digitaler Technologien haben, aber bislang kaum Museen besuchen.

Das Konzept des „smARTplace“ wird von acht Kultureinrichtungen aus ganz Europa sowie zwei Hochschulen entwickelt (Projektlaufzeit 2016–2020). Im Vordergrund steht die Entwicklung eines intelligenten Ortes, eines „smart place“, der die Erwartungen und Bedürfnisse des
Besuchers in den Vordergrund stellt: Die User Experienc“ hat heute mehr Bedeutung als die Marke selbst, das Besuchererlebnis steht im Vordergrund. Das smARTplaces-Projekt wird kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union.

Quelle: ZKM
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